Öko ist nur etwas für Reiche? Ganz im Gegenteil.

Treffen sich zwei Hummer­fahrer an der Tankstelle. Sagt der eine: „Hast du schon gehört? Der Schulze hat seine Karre verkauft und fährt jetzt mit dem Fahrrad zur Arbeit.“ Sagt der andere: „Hat der im Lotto gewonnen?“ „Wieso?“ „Na, es heißt doch: Öko ist nur für Reiche.“

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„Die Grünen streben eine Ökodiktatur an.“ Wer soll das glauben?

Oder, eine Nummer kleiner: „Die Ökos wollen uns bevor­munden“ oder „Die Grünen sind eine Verbots­partei“. Letzteres behaup­tete Focus​.de zuletzt am 24.10.2019. Als Beweis schlechthin für diese steile These gilt seit dem Sommer­loch 2013 der ominöse „Veggieday“, den ein CDU-Politiker, die Frank­furter Allge­meine und die Bild-Zeitung damals im Wahlpro­gramm der Grünen als Forde­rung entdeckten. Um ein Signal gegen den enormen Fleisch­konsum der Deutschen zu setzen, sollten öffent­liche Kantinen nach dem damaligen Willen der Grünen Bundes­de­le­gierten nur vegeta­ri­sche Gerichte anbieten. Journa­listen und politi­sche Gegner fertigten daraus den Popanz eines Versuchs, allen Deutschen vorzu­schreiben, was sie zu essen hätten.

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Warum Rockefeller? Warum Gates? Hetzer und ihre Hexen

Im April und Mai 2020 eskalierten plötz­lich die Proteste gegen das Seuchen­re­gime der Bundes­re­gie­rung – seltsa­mer­weise genau in dem Moment, als es zu bröckeln begann und die ersten Locke­rungen wirksam wurden. Oder auch nicht seltsam: Schon so manche Revolte wurde nicht von der Tyrannei eines Regimes ausge­löst, sondern von seinem Wanken. Bürger­rechtler, Anarchisten, Impfgeg­ne­rinnen, Konser­va­tive und Sektie­re­rinnen gruppierten sich zur Phalanx gegen zwei gemein­same Erzfeinde: Chris­toph Drosten und Bill Gates. Die neue avirale Szene griff auf Helle­barden und Vorder­lader der alt-antise­mi­ti­schen Armee zurück.

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„Die Zielscheibe ist eindeutig faschistisch“

Ein Diskurs über Hopp, Hoffenheim und die Dortmunder Ultras

BALLO: Was hältst du von der Aufre­gung im Fußball­zirkus wegen der Belei­di­gung des Milli­ar­därs Dietmar Hopp? Ist das nicht arg übertrieben, was Rumme­nigge und andere da jetzt veran­stalten?

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War Macrons Vorstoß zum Regenwald kolonialistisch? Nein, wenn…

…ähnliche Vorstöße auch umgekehrt möglich sind, von Latein­ame­rika nach Europa. Emmanuel Macron hatte zum brennenden brasi­lia­ni­schen Regen­wald spontan gesagt: „Unser Haus brennt!“ Er hat als franzö­si­scher Staats­prä­si­dent ein Wir benutzt, das die ganze Mensch­heit umfasst; ein Appell, den wir sonst vor allem von inter­na­tio­nalen Umwelt­organisationen kennen. Sein brasi­lia­ni­scher Wider­sa­cher Jair Bolso­naro empörte sich wie einst Erich Honecker über eine „Einmi­schung in innere Angelegen­heiten Brasi­liens“. Vielleicht zurecht?

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Warum es links ist, Kohle und Stahl zu verabschieden

Essen machen: Wer am 1. Mai 2019 arbeitete
Wer am 1. Mai 2019 arbei­tete

Auf der DGB-Kundge­bung zum 1. Mai 2019 in Biele­feld sprach der Aachener Christ­de­mo­krat und NRW-Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet, wobei er sich gegen eine große Menge Störer durch­setzen musste. Laschet fühlte sich bemüßigt, zur Forde­rung der Klima­schützer nach Ausstieg aus der Kohle Stellung zu nehmen. Mehrfach forderte er uns Zuhörer auf, die Inter­essen der Arbeiter von Stahl‑, Aluminium‑, Chemie- und Autoin­dus­trie zu beachten. Angesichts unserer roten Fahnen betonte er, es sei nicht links, deren Arbeits­plätze zu gefährden.

Doch, es ist links, ein Stahl- oder Alumi­ni­um­werk für den Klima­schutz zu schließen. Als alter Aachener wider­spreche ich Ihnen, Herr Laschet. Warum es links ist, Kohle und Stahl zu verab­schieden weiter­lesen

Zwölf Ideen für die Revolution 2019, Baujahr 1919

Im Februar 2019 habe ich, um des hundertsten Jubiläums der deutschen Novem­ber­re­vo­lu­tion zu gedenken, in Biele­feld eine Lesung von Texten damaliger Revolu­tio­nä­rinnen und Revolu­tio­näre veran­staltet. Im Anhang meines Textbu­ches habe ich versucht, Ideen dieser Menschen auf die heutige Zeit anzuwenden. Heraus­ge­kommen sind zwölf Betrach­tungen:

  1. Export­welt­meister? Kein Grund, stolz zu sein (nach Kurt Tucholsky)
  2. Arbeiten oder Schuften? (nach Kurt Tucholsky)
  3. Arbeits­lose, aufge­passt! (nach Ret Marut al. B. Traven)
  4. Aufrüs­tung als epilep­ti­scher Anfall (nach Hugo Haase)
  5. Gewalt kann nichts Heiliges schaffen (nach Ernst Toller)
  6. Zahlen sind oft ziemlich dumm (nach Alfons Goldschmidt)
  7. Empathie kommt aus der Distanz heraus (nach Gustav Landauer)
  8. Warum der NC eine saublöde Idee ist (nach Kurt Eisner)
  9. Macht ohne Geist ist hohl (nach Klabund)
  10. Revolu­tion ist Schwes­tern­sache (nach Rosa Luxem­burg)
  11. Politik ist Kunst, und Kunst ist Radau (nach Kurt Eisner und Richard Huelsen­beck)
  12. Lebens­kunst für Regime­kri­ti­ke­rinnen (nach Rosa Luxem­burg, Erich Mühsam, Hannah Arendt)
Zwölf Ideen für die Revolu­tion 2019, Baujahr 1919 weiter­lesen

Flüchtlinge: Müssen wir deshalb neue Häuser bauen?

In Biele­feld und anderswo machen die Bauämter Druck: Wir brauchen jede Menge Neubau­ge­biete, um die ganzen Flücht­linge unter­zu­bringen. Der Archi­tek­tur­kri­tiker Daniel Fuhrhop ist anderer Ansicht. In seinem Buch “Willkom­mens­stadt” zeigt er auf, wie wir die Immigranten nutzen können, um vorhan­dene Bauten und Infra­struk­turen besser auszu­nutzen.

Welchen Sinn die Randale in Hamburg hatte – und welche Konsequenzen wir, die pazifistischen Linken, daraus ziehen müssen.

Katja Kipping und andere Linke beklagten sich über die »sinnent­leerte Gewalt in Hamburg«. Einige der militanten „Links­ra­di­kalen“, die dort den Bürger­krieg geprobt haben, waren militä­risch so gut organi­siert, dass die Polizei keine Chance hatte, sie zu stoppen. Details darüber bringt die Repor­tage »Der Mob« in der »Zeit« vom 15.7.2017. Zugleich ist festzu­stellen, dass die Botschaften der fried­li­chen Demons­tranten zum G20 in den Medien und sogar in den Diskus­sionen, die „wir Linken“ jetzt führen, praktisch unter­ge­gangen sind. Es ist an der Zeit, an dieser Stelle 1 und 1 zusam­men­zu­zählen: Genau das war offenbar der Sinn der Attacken auf Altona und das Schan­zen­viertel. Welchen Sinn die Randale in Hamburg hatte – und welche Konse­quenzen wir, die pazifis­ti­schen Linken, daraus ziehen müssen. weiter­lesen

Ist Trump ein Faschist, ein Demagoge oder ein Populist?

Jakob Augstein sagte im »Freitag« vom 10.11.2016, Donald Trump sei ein Faschist. Die meisten deutschen Beobachter bevor­zugten bislang das Epitheton Populist. Konrad Ege fand in der gleichen »Freitag«-Ausgabe die Bezeich­nung »reaktio­närer Demagoge«. Eigent­lich komisch, dass das gute alte Wort »Demagoge«, das doch schon das gleiche sagte, nur schärfer, durch das zweischnei­dige, weich­gespülte Wort »Populist« verdrängt wurde. Aber zunächst zum Faschisten. Hat Augstein Recht? Ist Trump ein Faschist, ein Demagoge oder ein Populist? weiter­lesen