Um die Ohren fliegen uns Trump und Le Pen, Musk und Weidel, Trump und Putin, Öltanker und Marsraketen. Zum Jahresende 2025 mache ich einen Vorschlag dafür, wie das alles zusammenhängen könnte. Inklusive Ausweg.
Der destruktive Komplex weiterlesenKategorie: Frieden
“Warum wollen so viele die Welt brennen sehen?”
Mit dieser Headline bewarb der Suhrkamp Verlag November 2025 das Buch »Zerstörungslust – Elemente des demokratischen Faschismus« der Soziologinnen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey. Nachtwey stellte es Oktober 2025 bei einer Veranstaltung der Linken (SDS) Aachen vor.
“Warum wollen so viele die Welt brennen sehen?” weiterlesenAfD verbieten? Ein inneres Streitgespräch
Es diskutieren zwei meiner inneren Stimmen: Georg der Antifaschist und Carl der Pazifist.
Georg: Stimmt es, Carl, dass du gar nicht für ein AfD-Verbot bist?
Carl: Ja, das stimmt. Ich halte ein Verbot dieser Partei für eine schlechte Idee.
Georg: Wie kommst du denn da drauf? Bist du unter die Naziflüsterer gegangen?
AfD verbieten? Ein inneres Streitgespräch weiterlesenChampagner für die Deserteure!
Gegen Aggressoren helfen nur die besseren Waffen?
Seit über drei Jahren erleben wir in der Ukraine, wie dieses Bastadogma der Militaristen Tag für Tag absurder wird. Nein, die vielen Waffen dort helfen offensichtlich nicht, den Krieg zu beenden. Und viele Tausend Menschen erleben es nicht, weil sie dabei elend gestorben sind. Ich habe einen anderen Vorschlag:
- Wir nehmen ein Zehntel des Geldes, das die NATO für Waffen und Munition für die Ukraine ausgibt, und verwenden es, um eine Infrastruktur aufzubauen, die russischen Deserteuren und Kriegsdienstflüchtlingen systematisch hilft.
- Wir sorgen dafür, dass die nach Kasachstan, Georgien, Armenien, Belarus und in die Türkei geflüchteten Deserteure und Kriegsdienstflüchtlinge sichere Aufenthaltsorte in Europa, Nordamerika, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland bekommen.
- Finnland und Polen öffnen ihre Grenzen für russische Deserteure und Kriegsdienstflüchtlinge. Sie werden nach ihrer Flucht weiter weg in Sicherheit gebracht.
- Unsere Geheimdienste machen sich nützlich, helfen den Flüchtlingen, sich an ihren meuen Wohnorten zu tarnen, und enttarnen russische Agenten, die sich darunter mischen wollen.
- Wir retten mit eigenen Hubschraubern usw. russische Deserteure direkt aus den Kampfgebieten.
- Wir belohnen alle geretteten Deserteure und Kriegsdienstflüchtlinge mit einer Wohnung und einem anständigen Gehalt. Viele davon sind begehrte Fachkräfte.
- Wir machen diese Maßnahmen in Russland publik.
Ich wage die Prognose: Sobald diese Maßnahmen einen deutlichen Zug entwickeln und viele russische Soldaten und Leute, die von einer Einberufung bedroht sind, anziehen, werden die russischen Generäle ihre Kriegshandlungen einstellen müssen, um die Kontrolle über ihre Soldaten zu behalten. Mit Soldaten, die man in Kasernen beisammen hält, kann man keinen Krieg mehr führen. Dies wird Putin zwingen, den Krieg zu beenden und der Ukraine einen akzeptablen Friedensschluss anzubieten.
Leicht abgewandelt als Flugblatt auf dem Bielefelder Ostermarsch am 19. April 2025 verteilt
Ein Philosoph universaler Menschenrechte im Feuer der Kriegstreiber
Der israelisch-deutsche Philosoph Omri Boehm sollte im April 2025 bei der Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ-Lagers Buchenwald sprechen, eingeladen von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wie Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner dem »Spiegel« erklärte, sah er sich nach einer Intervention der israelischen Botschaft gezwungen, Boehms Rede zu verschieben und die Gedenkfeier ohne den Philosophen zu veranstalten (Bericht Die Zeit). Wagner deutete in einem Gespräch mit dem WDR3 Mosaik an, dass die israelische Botschaft damit gedroht hatte, Druck auf die aus Israel anreisenden Zeitzeugen auszuüben, um eine Rede Boehms zu verhindern oder zu skandalisieren. Was sind die Hintergründe?
Ein Philosoph universaler Menschenrechte im Feuer der Kriegstreiber weiterlesenKolonialismus oder Antisemitismus? Arnold Gehlen hilft weiter
Aktuelle Auseinandersetzungen wie die um indonesische Wandbilder auf der documenta fifteen (2022) oder um den Terror des 7. Oktober 2024 und den anschließenden Gazakrieg führen immer wieder in eine Sackgasse, in der der Schutz von Jüdinnen und Juden vor antisemitischer Gewalt und der Kampf mit dem kolonialistischen Erbe in einen unüberbrückbaren Gegensatz zu geraten scheinen. Meine These ist, dass die historische Analyse des Naziregimes Trittsteine gesetzt hat, die aus der Sackgasse herausführen können. Ich blicke über 30 Jahre zurück: Der Historiker Christian Graf v. Krockow analysierte 1990 in seinem Essay »Die europäische Vernunft und das deutsche Drama«[1] die Frage, warum es in Deutschland [und Italien] ein faschistisches Régime gab, in Großbritannien, Frankreich [und Usa] jedoch nicht. Dort bezog er sich auf den konservativ-faschistischen deutschen Soziologen Arnold Gehlen. Über Gehlen und Krockow kommen wir einen Schritt weiter, wenn wir den Kolonialismus in die Analyse mit einbeziehen.
Kolonialismus oder Antisemitismus? Arnold Gehlen hilft weiter weiterlesenAfD-Ergebnis unschön, aber keine Katastrophe
Insgesamt ist das Ergebnis der Europawahl am 9. Juni 2024 schlimm, der befürchtete Rechtsruck ist tatsächlich eingetreten, am schlimmsten in Frankreich. In Deutschland erzielte die AfD knapp 16 % der Stimmen. Das ist meines Erachtens allerdings keine Katastrophe für die deutsche Demokratie, sondern ein eher schwaches Ergebnis.
AfD-Ergebnis unschön, aber keine Katastrophe weiterlesenDer Krieg als Vater der Illusionen
Ab 2022 wurden deutsche Kriegstreiber nicht müde, ihre grimmige Freude über das angebliche Zerbrechen von „Illusionen“ der für vergangen und überwunden erklärten Friedenszeit auszudrücken. Der israelische Psychologe und Historiker Eran Rolnik widersprach ihnen in einem Vortrag vor dem Sigmund-Freud-Institut: „Der Kriegt wirkt kontra-analytisch, und nicht nur, weil er etwas Gewaltsames ist, sondern weil er unser Verhältnis zur Humanität entzaubert, unsere Illusionen verstärkt und unbewusste archaische Fantasien auslöst.“
Der Krieg als Vater der Illusionen weiterlesenPutin ist kein Hitler, sondern ein Hindenburg
Es wimmelt seit 2022 von Gleichsetzungen des Krieges in der Ukraine mit der Ermordung der Juden durch die Nazis 1941–1945. Sie sind so falsch und irreführend wie alle Shoah-Gleichsetzungen.
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[1] Friedrich II., Von Anton Graff – Originally uploaded to de.wikipedia (All user names refer to de.wikipedia):18:53, 24. Nov 2005 . . Caro1409 (Diskussion) . . 286 × 350 (17967 Byte)18:51, 24. Nov 2005 . . Caro1409 (Diskussion) . . 286 × 350 (17967 Byte), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=529840
[2] Wilhelm II. 1888, Von Bundesarchiv, Bild 146−1993−098−12 / Reichard & Lindner / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5483581
[3] Hindenburg 1915, Von Original: Nicola Perscheid (1864–1930) – Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz [1], Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48026107
[4] Putin 2013, Von Kremlin.ru, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37564928
Montage: Jens Jürgen Korff 2024, via Canva
Stefan Austs Gewaltkultproblem und seine aktuellen Folgen
Der konservative Journalist und »Welt«-Herausgeber Stefan Aust lieferte im Februar 2024 eine historisch anmutende Abrechnung mit dem angeblich grün träumenden »Ampeldeutschland« ab. Der Ökonom und Entwicklungsexperte Helmut Federmann schickte sie mir zu. Der durch und durch konservativ und miltaristisch gestrickten Analyse möchte ich bei fast jedem Satz des bekannten Publizisten widersprechen. Vier Beispiele aus seiner Einleitung:
Stefan Austs Gewaltkultproblem und seine aktuellen Folgen weiterlesen