Bei einer Anhörung im thüringischen Landtag zur Frage, ob der Landtag ein Verbot der Partei »AfD« beantragen soll, sprach der Komiker, Schauspieler und Schriftsteller Hape Kerkeling. Er begründete sein Eintreten für einen Verbotsantrag mit einem Hinweis auf seinen Großvater, der in der Nazizeit im KZ-Lager Buchenwald interniert war, und mit der Verharmlosung des Naziregimes durch Björn Höcke und andere Politikerinnen und ‑tiker der A‑Partei. Wer keine Verantwortung für die deutsche Geschichte übernehme, dürfe niemals politische Verantwortung für Deutschland übernehmen. Die Rede verbreitete sich in den sozialen Medien, zum Beispiel in Linkedin, und löste im grünen und linksliberalen Spektrum eine Spontankampagne dafür aus, Kerkeling als Bundespräsidenten zu nominieren. Mich erreichte die Rede über einen Beitrag einer Texterkollegin. Ich kommentierte sie skeptisch:
AfD-Verbot? Kerkeling hat mich nicht überzeugt weiterlesenSchlagwort: Krieg
Champagner für die Deserteure!
Gegen Aggressoren helfen nur die besseren Waffen?
Seit über drei Jahren erleben wir in der Ukraine, wie dieses Bastadogma der Militaristen Tag für Tag absurder wird. Nein, die vielen Waffen dort helfen offensichtlich nicht, den Krieg zu beenden. Und viele Tausend Menschen erleben es nicht, weil sie dabei elend gestorben sind. Ich habe einen anderen Vorschlag:
- Wir nehmen ein Zehntel des Geldes, das die NATO für Waffen und Munition für die Ukraine ausgibt, und verwenden es, um eine Infrastruktur aufzubauen, die russischen Deserteuren und Kriegsdienstflüchtlingen systematisch hilft.
- Wir sorgen dafür, dass die nach Kasachstan, Georgien, Armenien, Belarus und in die Türkei geflüchteten Deserteure und Kriegsdienstflüchtlinge sichere Aufenthaltsorte in Europa, Nordamerika, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland bekommen.
- Finnland und Polen öffnen ihre Grenzen für russische Deserteure und Kriegsdienstflüchtlinge. Sie werden nach ihrer Flucht weiter weg in Sicherheit gebracht.
- Unsere Geheimdienste machen sich nützlich, helfen den Flüchtlingen, sich an ihren meuen Wohnorten zu tarnen, und enttarnen russische Agenten, die sich darunter mischen wollen.
- Wir retten mit eigenen Hubschraubern usw. russische Deserteure direkt aus den Kampfgebieten.
- Wir belohnen alle geretteten Deserteure und Kriegsdienstflüchtlinge mit einer Wohnung und einem anständigen Gehalt. Viele davon sind begehrte Fachkräfte.
- Wir machen diese Maßnahmen in Russland publik.
Ich wage die Prognose: Sobald diese Maßnahmen einen deutlichen Zug entwickeln und viele russische Soldaten und Leute, die von einer Einberufung bedroht sind, anziehen, werden die russischen Generäle ihre Kriegshandlungen einstellen müssen, um die Kontrolle über ihre Soldaten zu behalten. Mit Soldaten, die man in Kasernen beisammen hält, kann man keinen Krieg mehr führen. Dies wird Putin zwingen, den Krieg zu beenden und der Ukraine einen akzeptablen Friedensschluss anzubieten.
Leicht abgewandelt als Flugblatt auf dem Bielefelder Ostermarsch am 19. April 2025 verteilt
Ein Philosoph universaler Menschenrechte im Feuer der Kriegstreiber
Der israelisch-deutsche Philosoph Omri Boehm sollte im April 2025 bei der Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ-Lagers Buchenwald sprechen, eingeladen von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Wie Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner dem »Spiegel« erklärte, sah er sich nach einer Intervention der israelischen Botschaft gezwungen, Boehms Rede zu verschieben und die Gedenkfeier ohne den Philosophen zu veranstalten (Bericht Die Zeit). Wagner deutete in einem Gespräch mit dem WDR3 Mosaik an, dass die israelische Botschaft damit gedroht hatte, Druck auf die aus Israel anreisenden Zeitzeugen auszuüben, um eine Rede Boehms zu verhindern oder zu skandalisieren. Was sind die Hintergründe?
Ein Philosoph universaler Menschenrechte im Feuer der Kriegstreiber weiterlesenDer Krieg als Vater der Illusionen
Ab 2022 wurden deutsche Kriegstreiber nicht müde, ihre grimmige Freude über das angebliche Zerbrechen von „Illusionen“ der für vergangen und überwunden erklärten Friedenszeit auszudrücken. Der israelische Psychologe und Historiker Eran Rolnik widersprach ihnen in einem Vortrag vor dem Sigmund-Freud-Institut: „Der Kriegt wirkt kontra-analytisch, und nicht nur, weil er etwas Gewaltsames ist, sondern weil er unser Verhältnis zur Humanität entzaubert, unsere Illusionen verstärkt und unbewusste archaische Fantasien auslöst.“
Der Krieg als Vater der Illusionen weiterlesenPutin ist kein Hitler, sondern ein Hindenburg
Es wimmelt seit 2022 von Gleichsetzungen des Krieges in der Ukraine mit der Ermordung der Juden durch die Nazis 1941–1945. Sie sind so falsch und irreführend wie alle Shoah-Gleichsetzungen.
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[1] Friedrich II., Von Anton Graff – Originally uploaded to de.wikipedia (All user names refer to de.wikipedia):18:53, 24. Nov 2005 . . Caro1409 (Diskussion) . . 286 × 350 (17967 Byte)18:51, 24. Nov 2005 . . Caro1409 (Diskussion) . . 286 × 350 (17967 Byte), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=529840
[2] Wilhelm II. 1888, Von Bundesarchiv, Bild 146−1993−098−12 / Reichard & Lindner / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5483581
[3] Hindenburg 1915, Von Original: Nicola Perscheid (1864–1930) – Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz [1], Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48026107
[4] Putin 2013, Von Kremlin.ru, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37564928
Montage: Jens Jürgen Korff 2024, via Canva
Voller Morden? Nein, die Welt ist voller Küsse.

Der britische Philosoph Thomas Hobbes behauptete im 17. Jahrhundert, die Menschheit sei von Natur aus in einen Krieg aller gegen alle verstrickt, und nur dank einiger absoluter Herrscher sei dieser Kriegszustand in vielen Ländern unterdrückt. In anderen Gestalten tauchte das gleiche Dogma seitdem immer wieder auf. Etwa in der Form: “Die Welt ist voller Morden” (Walter Flex 1917). Oder: „Wo man hinschaut: Die Welt brennt an allen Ecken und Enden.“ So geisterte es 2014, hundert Jahre nach Beginn des I. Weltkriegs, durch Kommentare, Moderationen und Facebook-Beiträge.[1] 2023, mit dem Ukrainekrieg und dem neuen Nahostkrieg im Nacken, schien alles noch viel schlimmer geworden zu sein. Doch ich bin geneigt, das Dogma in dieser Form für einen Irrtum zu halten, den man buchstäblich widerlegen kann. Denn jeden, der mich jetzt ungläubig und kopfschüttelnd anstarrt, bitte ich, den Bildschirm für drei Minuten auszuschalten und in dieser Zeit alle Länder aufzuzählen, in denen jetzt, also am heutigen Tage, Menschen im Krieg gestorben sind.
Ja, meine Liebe, mein Lieber – welche Länder sind das?
Voller Morden? Nein, die Welt ist voller Küsse. weiterlesenDas Böse im Auge
Das erste Foto hat mir schon gereicht: eine Schnellstraße, zwei quer stehende, ausgebrannte Autos, aufgerissene Türen. Auf der Fahrbahn liegen, schemenhaft zu sehen, die Leichen der beiden Fahrer. Die Hamas ist im Zentrum des Bösen angekommen. Muss ich irgendwas revidieren? Ich glaube nicht, denn als Pazifist und Friedenskämpfer habe ich diese Truppe und Mörderbande auch vorher schon nicht ausstehen können oder genauer: als feindliche Kraft erkannt.
Das Böse im Auge weiterlesenDie wunderbare Welt der Panzer
Einer freut sich ’nen Säbel über den Krieg: Der Leopard-Hersteller Rheinmetall. Sicher auch BASF und andere Chemiekonzerne, die Grundstoffe für die Munition liefern. Die Zeitung “Werben & Verkaufen (W&V)” untersuchte und bewertete im Februar 2023 die dazu passenden Werbekampagnen von Rheinmetall. Ich zitiere Auszüge.
Die wunderbare Welt der Panzer weiterlesenDer neue Alte Fritz und sein Kriegsregime
Aus linken Kreisen höre ich die Klage über die »Heuchelei des Westens«, wie er sich überschlage in Empörung über die Kriegsverbrechen des Moskauer Raketenwerfers in der Ukraine, aber doch immer geschwiegen habe über usamische Kriegsverbrechen in Vietnam, über die katastrophalen Folgen der Intervention in Libyen usw. Diese Klage ist vor allem ein Armutszeugnis derjenigen, die sie äußern; sie ist nicht souverän, schlecht durchdacht und außerdem stillos. Ich versuche also eine alternative Analyse des Putin-Regimes und habe einen konkreten Vorschlag, um den Ukrainekrieg zu beenden.
Der neue Alte Fritz und sein Kriegsregime weiterlesenMythen über den Massenmord von Manhattan
Zum 20. Jahrestag der Ereignisse des 11. September 2001, der unser Leben mitprägte, habe ich mir erlaubt, die wichtigsten „ungeklärten Fragen“ der sog. Truther zu beantworten: in der Freitag-Community und in drei Videos auf Vimeo (Teil 1, Teil 2, Teil 3). Nach Prüfung aller Einwände und umfangreichen Recherchen bleibe ich dabei: Es waren 19 arabische Mörder, die am 11. September 2001 vier Flugzeuge entführt und mit drei davon das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington angegriffen haben. Die Gebäude wurden nicht gesprengt, sondern sind durch das vom Flugbenzin entfachte Feuer eingestürzt. Auch das Gebäude WTC‑7, das erst Stunden später einstürzte.
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