AfD-Verbot? Kerkeling hat mich nicht überzeugt

Bei einer Anhörung im thürin­gi­schen Landtag zur Frage, ob der Landtag ein Verbot der Partei »AfD« beantragen soll, sprach der Komiker, Schau­spieler und Schrift­steller Hape Kerke­ling. Er begrün­dete sein Eintreten für einen Verbots­an­trag mit einem Hinweis auf seinen Großvater, der in der Nazizeit im KZ-Lager Buchen­wald inter­niert war, und mit der Verharm­lo­sung des Nazire­gimes durch Björn Höcke und andere Politi­ke­rinnen und ‑tiker der A‑Partei. Wer keine Verant­wor­tung für die deutsche Geschichte übernehme, dürfe niemals politi­sche Verant­wor­tung für Deutsch­land übernehmen. Die Rede verbrei­tete sich in den sozialen Medien, zum Beispiel in Linkedin, und löste im grünen und links­li­be­ralen Spektrum eine Spontan­kampagne dafür aus, Kerke­ling als Bundes­prä­si­denten zu nominieren. Mich erreichte die Rede über einen Beitrag einer Texterkol­legin. Ich kommen­tierte sie skeptisch:

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Siebzehn Gründe, die AfD zu wählen – und siebzehn Gegenfragen

Anläss­lich des Wahlsiegs der AfDeut­schen in Sachsen-Anhalt und der drohenden Regierungs­übernahme in einem Bundes­land versuche ich, die Gründe nachzu­voll­ziehen, die Menschen dazu bringen, eine deutsch­na­tio­nale, rassis­ti­sche Partei mit faschis­ti­schen Tendenzen zu wählen. Ich versuche, jeden Grund mit einer Gegen­frage zu kontern.

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Der destruktive Komplex

Um die Ohren fliegen uns Trump und Le Pen, Musk und Weidel, Trump und Putin, Öltanker und Marsra­keten. Zum Jahres­ende 2025 mache ich einen Vorschlag dafür, wie das alles zusam­men­hängen könnte. Inklu­sive Ausweg.

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Ungebremst in die ökologische Katastrophe

»Zeit«-Redakteur Bernd Ulrich, der sich wie kein zweiter dort mit der Klima­ka­ta­strophe und dem Arten­sterben ausein­ander gesetzt hat, verzwei­felte Ende 2025. Er begrün­dete im Dezember, warum der Satz „Die Mensch­heit hat beschlossen, ungebremst in die ökolo­gi­sche Katastrophe zu gehen“, der ihn jahre­lang verfolgte und dem er jahre­lang wider­spro­chen habe, eben doch richtig sei.

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AfD verbieten? Ein inneres Streitgespräch

Es disku­tieren zwei meiner inneren Stimmen: Georg der Antifa­schist und Carl der Pazifist.

Georg: Stimmt es, Carl, dass du gar nicht für ein AfD-Verbot bist?

Carl: Ja, das stimmt. Ich halte ein Verbot dieser Partei für eine schlechte Idee.

Georg: Wie kommst du denn da drauf? Bist du unter die Naziflüs­terer gegangen?

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Höcke ist kein Nazi, sondern ein Faschist. Das ist schlimm genug.

Die AfD ist nach meinen Defini­tionen als Histo­riker keine Nazipartei, sondern eine Partei, die teilweise von Faschisten wie Björn Höcke und Alice Weidel beherrscht wird. Auch Höcke und Weidel sind keine Nazis, sondern Faschisten.

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Dumm oder böse? Faschismusbegriffe im Positivismusstreit

In Facebook begeg­nete mir im Juni 2024 ein Zitat des briti­schen Mathe­ma­ti­kers und Philo­so­phen Bertrand Russell, der 1940 auf die Frage, wie Faschismus beginne, geant­wortet hat: „First, they fasci­nate the fools. Then they muzzle the intel­li­gent.“ (Zuerst faszi­nieren sie die Dummköpfe. Dann bringen sie die Intel­li­genten zum Schweigen.) Ich antwor­tete per Kommentar: „Russell irrte in diesem Punkt. Faschisten und Demokra­tinnen unter­scheiden sich nicht entlang von Dummheit und Intel­li­genz, sondern entlang von destruk­tivem und lebens­freund­li­chem Charakter. Faschismus ist ein Charakter­fehler. Auf Basis eines lebens­feind­li­chen Charak­ters kann es durchaus schlau sein, Faschistin zu werden. Das sagte Erich Fromm, dem ich hier folge.“
Zwei Tage zuvor hatte ich den Wikipedia-Artikel »Wissen­schafts­kritik« gelesen und bearbeitet, war dabei auf das Thema Positi­vis­mus­streit gekommen. Meine These ist, dass die beiden philo­so­phi­schen Positionen im Positi­vis­mustreit der 1960er Jahre mit den Positionen “dumme Faschisten” vs. “böse Faschisten” parallel laufen.

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AfD-Ergebnis unschön, aber keine Katastrophe

Insge­samt ist das Ergebnis der Europa­wahl am 9. Juni 2024 schlimm, der befürch­tete Rechts­ruck ist tatsäch­lich einge­treten, am schlimmsten in Frank­reich. In Deutsch­land  erzielte die AfD knapp 16 % der Stimmen. Das ist meines Erach­tens aller­dings keine Katastrophe für die deutsche Demokratie, sondern ein eher schwa­ches Ergebnis.

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Deutschland ohne Nazis I: Bismarck und Bebel im Finale

Die Nazizeit, sagte AfD-Gauland, war ein Vogel­schiss in der deutschen Geschichte. OK, wir schauen uns den Rest der Geschichte an! Deckt er die ewigen Legenden der Konser­va­tiven und Deutsch­na­tio­nalen? Oder finden Links­de­mo­kraten und Pazifis­tinnen dort ihre Wurzeln? Fragen an den Histo­riker Korff. Im ersten Teil der Serie lässt Korff Bismarck und Bebel gegen­ein­ander antreten.

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Zur Sozialpolitik der AfD

Die AfD als Inter­es­sen­ver­tre­tung der Ernied­rigten und Belei­digten? Im Inter­view der Wochen­zei­tung der Freitag nimmt Prof. Dr. Gerd Bosbach den sozial­po­li­ti­schen Leitan­trag der AfD ausein­ander und analy­siert die Konflikte zwischen Neoli­be­ralen und völki­schen Natio­na­listen. der Freitag 48⁄2020