Der destruktive Komplex

Um die Ohren fliegen uns Trump und Le Pen, Musk und Weidel, Trump und Putin, Öltanker und Marsra­keten. Zum Jahres­ende 2025 mache ich einen Vorschlag dafür, wie das alles zusam­men­hängen könnte. Inklu­sive Ausweg.

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Ungebremst in die ökologische Katastrophe

»Zeit«-Redakteur Bernd Ulrich, der sich wie kein zweiter dort mit der Klima­ka­ta­strophe und dem Arten­sterben ausein­ander gesetzt hat, verzwei­felte Ende 2025. Er begrün­dete im Dezember, warum der Satz „Die Mensch­heit hat beschlossen, ungebremst in die ökolo­gi­sche Katastrophe zu gehen“, der ihn jahre­lang verfolgte und dem er jahre­lang wider­spro­chen habe, eben doch richtig sei.

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Die direkte Diktatur des fossilen Imperiums in Usa

Der usami­sche Präsi­dent Donald Dump the Chump Trump nahm gleich mit Beginn seiner zweiten Amtszeit mit mehreren Dekreten den offenen Kampf gegen den Klima­schutz und gegen erneu­er­bare Energie­quellen auf, um den usami­schen Öl- und Gaskon­zernen die staat­lich gestützte Monopol­stel­lung zurück­zu­geben, die sie Jahrzehnte früher besessen hatte. Wider­stand wurde und wird gewaltsam unter­drückt.

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“Warum wollen so viele die Welt brennen sehen?”

Mit dieser Headline bewarb der Suhrkamp Verlag November 2025 das Buch »Zerstö­rungs­lust – Elemente des demokra­ti­schen Faschismus« der Sozio­lo­ginnen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey. Nachtwey stellte es Oktober 2025 bei einer Veran­stal­tung der Linken (SDS) Aachen vor.

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Deutscher Abgas- und Güllefaschismus

Ab 1933 verwen­deten die sowje­ti­schen und europäi­schen Kommu­nisten, soweit sie der Linie der Kommu­nis­ti­schen Inter­na­tio­nale (KI) folgten, eine Defini­tion des Faschismus, die dem bulga­ri­schen Kommu­nisten und KI-Chef Georgi Dimitrov zugeschrieben wird: „Faschismus ist die offen terro­ris­ti­sche Diktatur der am meisten reaktio­nären, am meisten chauvi­nis­ti­schen, am meisten imperia­lis­ti­schen Teile des Finanz­ka­pi­tals.“ Später, vor allem nach 1990, galt diese Defini­tion oft als Muster­bei­spiel für eine grob-ideolo­gi­sche Verein­fa­chung und Verzer­rung der Realität.

Derweil lese ich einen Brief von Jürgen Resch, Geschäfts­führer der Deutschen Umwelt­hilfe.[1] Resch berichtet darin, dass sich im Facebook-Forum »Stoppt die Deutsche Umwelt­hilfe« seit 2019 rund 50.000 Personen regel­mäßig zur Hetzjagd auf Resch und auf die DUH verab­reden. Sie ermun­tern dort einander mit Sprüchen wie „Resch kann weg. Braucht kein Mensch“, „Jetzt ist das Volk dran, um diese Korrupten zur Strecke zu bringen“ oder „Wo ist ein Sniper, wenn man mal einen braucht“. Gegründet wurde die Platt­form nach Reschs Angaben von einem führenden Manager der deutschen Autoin­dus­trie, der sie weiterhin als Adminis­trator organi­siert.

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AfD verbieten? Ein inneres Streitgespräch

Es disku­tieren zwei meiner inneren Stimmen: Georg der Antifa­schist und Carl der Pazifist.

Georg: Stimmt es, Carl, dass du gar nicht für ein AfD-Verbot bist?

Carl: Ja, das stimmt. Ich halte ein Verbot dieser Partei für eine schlechte Idee.

Georg: Wie kommst du denn da drauf? Bist du unter die Naziflüs­terer gegangen?

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Höcke ist kein Nazi, sondern ein Faschist. Das ist schlimm genug.

Die AfD ist nach meinen Defini­tionen als Histo­riker keine Nazipartei, sondern eine Partei, die teilweise von Faschisten wie Björn Höcke und Alice Weidel beherrscht wird. Auch Höcke und Weidel sind keine Nazis, sondern Faschisten.

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Kolonialismus oder Antisemitismus? Arnold Gehlen hilft weiter

Aktuelle Ausein­an­der­set­zungen wie die um indone­si­sche Wandbilder auf der documenta fifteen (2022) oder um den Terror des 7. Oktober 2024 und den anschlie­ßenden Gazakrieg führen immer wieder in eine Sackgasse, in der der Schutz von Jüdinnen und Juden vor antise­mi­ti­scher Gewalt und der Kampf mit dem kolonia­lis­ti­schen Erbe in einen unüber­brück­baren Gegen­satz zu geraten scheinen.  Meine These ist, dass die histo­ri­sche Analyse des Nazire­gimes Tritt­steine gesetzt hat, die aus der Sackgasse heraus­führen können. Ich blicke über 30 Jahre zurück: Der Histo­riker Chris­tian Graf v. Krockow analy­sierte 1990 in seinem Essay »Die europäi­sche Vernunft und das deutsche Drama«[1] die Frage, warum es in Deutsch­land [und Italien] ein faschis­ti­sches Régime gab, in Großbri­tan­nien, Frank­reich [und Usa] jedoch nicht. Dort bezog er sich auf den konser­vativ-faschis­ti­schen deutschen Sozio­logen Arnold Gehlen. Über Gehlen und Krockow kommen wir einen Schritt weiter, wenn wir den Kolonia­lismus in die Analyse mit einbe­ziehen.

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Dumm oder böse? Faschismusbegriffe im Positivismusstreit

In Facebook begeg­nete mir im Juni 2024 ein Zitat des briti­schen Mathe­ma­ti­kers und Philo­so­phen Bertrand Russell, der 1940 auf die Frage, wie Faschismus beginne, geant­wortet hat: „First, they fasci­nate the fools. Then they muzzle the intel­li­gent.“ (Zuerst faszi­nieren sie die Dummköpfe. Dann bringen sie die Intel­li­genten zum Schweigen.) Ich antwor­tete per Kommentar: „Russell irrte in diesem Punkt. Faschisten und Demokra­tinnen unter­scheiden sich nicht entlang von Dummheit und Intel­li­genz, sondern entlang von destruk­tivem und lebens­freund­li­chem Charakter. Faschismus ist ein Charakter­fehler. Auf Basis eines lebens­feind­li­chen Charak­ters kann es durchaus schlau sein, Faschistin zu werden. Das sagte Erich Fromm, dem ich hier folge.“
Zwei Tage zuvor hatte ich den Wikipedia-Artikel »Wissen­schafts­kritik« gelesen und bearbeitet, war dabei auf das Thema Positi­vis­mus­streit gekommen. Meine These ist, dass die beiden philo­so­phi­schen Positionen im Positi­vis­mustreit der 1960er Jahre mit den Positionen “dumme Faschisten” vs. “böse Faschisten” parallel laufen.

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AfD-Ergebnis unschön, aber keine Katastrophe

Insge­samt ist das Ergebnis der Europa­wahl am 9. Juni 2024 schlimm, der befürch­tete Rechts­ruck ist tatsäch­lich einge­treten, am schlimmsten in Frank­reich. In Deutsch­land  erzielte die AfD knapp 16 % der Stimmen. Das ist meines Erach­tens aller­dings keine Katastrophe für die deutsche Demokratie, sondern ein eher schwa­ches Ergebnis.

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