Anlässlich des Wahlsiegs der AfDeutschen in Sachsen-Anhalt und der drohenden Regierungsübernahme in einem Bundesland versuche ich, die Gründe nachzuvollziehen, die Menschen dazu bringen, eine deutschnationale, rassistische Partei mit faschistischen Tendenzen zu wählen. Ich versuche, jeden Grund mit einer Gegenfrage zu kontern.
Siebzehn Gründe, die AfD zu wählen – und siebzehn Gegenfragen weiterlesenSchlagwort: Konservative
Ungebremst in die ökologische Katastrophe
»Zeit«-Redakteur Bernd Ulrich, der sich wie kein zweiter dort mit der Klimakatastrophe und dem Artensterben auseinander gesetzt hat, verzweifelte Ende 2025. Er begründete im Dezember, warum der Satz „Die Menschheit hat beschlossen, ungebremst in die ökologische Katastrophe zu gehen“, der ihn jahrelang verfolgte und dem er jahrelang widersprochen habe, eben doch richtig sei.
Ungebremst in die ökologische Katastrophe weiterlesenPopulisten? Konservative!
Im »Freitag« kritisierte Velten Schäfer im Oktober 2024 das abgegriffene und inhaltsleere Wort »Populismus« und empfahl, es zu meiden. Ich stimmte per Kommentar zu: In dem Wort Populismus steckt in der Tat eine konservative Arroganz, die ich noch von meinem Großvater kenne: der Spruch „Vox populi vox Rindvieh“ (Volkes Stimme ist Rindviehstimme).
Populisten? Konservative! weiterlesenDer Phantombesitz der Forstwirte
Der Bürgerentscheid für einen Nationalpark Eggegebirge ging im Juni 2024 in den beiden Kreisen Paderborn und Höxter für die Freunde der Wildnis verloren (mit 45:55 in Paderborn und 34:66 in Höxter). Ein Blick auf die Einzelergebnisse der Kommunen und eine philosophische Nachbetrachtung mit Hilfe der Kategorien “Bleibefreiheit” und “Phantombesitz” der Philosophin Eva von Redecker.
Der Phantombesitz der Forstwirte weiterlesenDie Wildnis und das Konservative
In der Kontroverse um einen Nationalpark Eggegebirge äußerten ostwestfälische Naturschützerinnen und ‑schützer im Mai 2024 die Hoffnung, konservative Wählerinnen und Wähler von ihrer Gegnerschaft zum Nationalpark abbringen zu können. Warum diese Hoffnung wahrscheinlich verschwendet ist und die Anhänger der Wildnis in die Irre führt, will ich hier ausführen.
Die Wildnis und das Konservative weiterlesenStefan Austs Gewaltkultproblem und seine aktuellen Folgen
Der konservative Journalist und »Welt«-Herausgeber Stefan Aust lieferte im Februar 2024 eine historisch anmutende Abrechnung mit dem angeblich grün träumenden »Ampeldeutschland« ab. Der Ökonom und Entwicklungsexperte Helmut Federmann schickte sie mir zu. Der durch und durch konservativ und miltaristisch gestrickten Analyse möchte ich bei fast jedem Satz des bekannten Publizisten widersprechen. Vier Beispiele aus seiner Einleitung:
Stefan Austs Gewaltkultproblem und seine aktuellen Folgen weiterlesenDeutschland ohne Nazis I: Bismarck und Bebel im Finale
Die Nazizeit, sagte AfD-Gauland, war ein Vogelschiss in der deutschen Geschichte. OK, wir schauen uns den Rest der Geschichte an! Deckt er die ewigen Legenden der Konservativen und Deutschnationalen? Oder finden Linksdemokraten und Pazifistinnen dort ihre Wurzeln? Fragen an den Historiker Korff. Im ersten Teil der Serie lässt Korff Bismarck und Bebel gegeneinander antreten.
Deutschland ohne Nazis I: Bismarck und Bebel im Finale weiterlesenEinrede eines Cis-Mannes zum Transismus
Wahrscheinlich glauben manche, dass ich als „Cis-Mann“ gar kein Recht habe, Transpersonen zu kritisieren. Dieses Recht habe ich, weil mir das Grundgesetz garantiert, dass ich meine Meinung frei äußern und verbreiten darf. Doch es gibt auch einen besonderen persönlichen Grund für meine Einmischung in die persönlichen Angelegenheiten anderer: Ich liebe die Mischung „typisch männlicher“ und „typisch weiblicher“ Eigenschaften in mir; und mir scheint, dass das Konzept der Geschlechtsumwandlung sich gegen solche Mischungen richtet.
Einrede eines Cis-Mannes zum Transismus weiterlesenBatman und die rotgrüne Flut
Konservative deutsche Intellektuelle lassen sich mit Vorliebe als mutige und widerständige Helden abfeiern. »Den Rechten ein Ärgernis, den Linken ein Juckpulver«, so hieß es in mehreren Nachrufen auf den Publizisten Karl Heinz Bohrer, obwohl keiner davon eine Episode zu nennen weiß, in denen Bohrers Positionen irgendwelchen Rechten ein Ärgernis gewesen wären. Stattdessen bekam er von FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube den Orden »Einer der frühen Kämpfer gegen die Anpassung des Denkens an moralische Gesichtspunkte« angehängt. »Er ist ein Kurt Tucholsky unserer Zeit, mit der Seele eines Clowns.« Springer-Chef Matthias Döpfner gratulierte dem Publizisten Henryk Broder zum 75. Geburtstag, in der »Welt« und ausführlich zitiert vom WDR 20.8.2021.
Batman und die rotgrüne Flut weiterlesenDer Feind steht rechts
Ein linksliberaler Medientopos ist die Klage über die Spaltung der Gesellschaften, über unversöhnliche, oft moralisch durchwirkte Kontroversen, und oft werden Social Media und die berüchtigten Filterblasen dafür verantwortlich gemacht, die angeblich das Internet erzeugt. Abgesehen davon, dass diese Erklärungsversuche einander krass widersprechen – denn wenn wir wirklich in Filterblasen lebten, dann würden wir mit denen, mit denen wir uns streiten, nie zusammenstoßen –, abgesehen davon sind sie historisch einfach falsch. Die Spaltung geht auf Aktivitäten alter Männer in alten Medien zurück.
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