Siebzehn Gründe, die AfD zu wählen – und siebzehn Gegenfragen

Anläss­lich des Wahlsiegs der AfDeut­schen in Sachsen-Anhalt und der drohenden Regierungs­übernahme in einem Bundes­land versuche ich, die Gründe nachzu­voll­ziehen, die Menschen dazu bringen, eine deutsch­na­tio­nale, rassis­ti­sche Partei mit faschis­ti­schen Tendenzen zu wählen. Ich versuche, jeden Grund mit einer Gegen­frage zu kontern.

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Das Gegenteil von Lindner ist richtig

Der FDP-Vorsit­zende und Finanz­mi­nister Chris­tian Lindner, beken­nender Porschefan, stellte Anfang November 2024 ein kurzes politi­sches Programm zusammen, um die Ampel­ko­ali­tion zu sprengen. Ich kommen­tierte es in Linkedin: Lindners Thesen bieten Deutsch­land eine gute Orien­tie­rung für die Zukunft: Es wird richtig und nützlich sein, in allen Punkten genau das Gegen­teil von dem zu tun, was er fordert.

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Zur Sozialpolitik der AfD

Die AfD als Inter­es­sen­ver­tre­tung der Ernied­rigten und Belei­digten? Im Inter­view der Wochen­zei­tung der Freitag nimmt Prof. Dr. Gerd Bosbach den sozial­po­li­ti­schen Leitan­trag der AfD ausein­ander und analy­siert die Konflikte zwischen Neoli­be­ralen und völki­schen Natio­na­listen. der Freitag 482020

Warum Rockefeller? Warum Gates? Hetzer und ihre Hexen

Im April und Mai 2020 eskalierten plötz­lich die Proteste gegen das Seuchen­re­gime der Bundes­re­gie­rung – seltsa­mer­weise genau in dem Moment, als es zu bröckeln begann und die ersten Locke­rungen wirksam wurden. Oder auch nicht seltsam: Schon so manche Revolte wurde nicht von der Tyrannei eines Regimes ausge­löst, sondern von seinem Wanken. Bürger­rechtler, Anarchisten, Impfgeg­ne­rinnen, Konser­va­tive und Sektie­re­rinnen gruppierten sich zur Phalanx gegen zwei gemein­same Erzfeinde: Chris­toph Drosten und Bill Gates. Die neue avirale Szene griff auf Helle­barden und Vorder­lader der alt-antise­mi­ti­schen Armee zurück.

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„Die Zielscheibe ist eindeutig faschistisch“

Ein Diskurs über Hopp, Hoffenheim und die Dortmunder Ultras

BALLO: Was hältst du von der Aufre­gung im Fußball­zirkus wegen der Belei­di­gung des Milli­ar­därs Dietmar Hopp? Ist das nicht arg übertrieben, was Rumme­nigge und andere da jetzt veran­stalten?

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Weihnachtliches Lob der Warenwelt

Allge­gen­wärtig ist die Klage über die Kommer­zia­li­sie­rung der Weihnachts­zeit. »Schreck­lich, wie kommer­ziell es zu Weihnachten zugeht!«, rief am 19. Dezember 2019 ein Radio­mo­de­rator in WDR 3 aus. »Da genügt schon ein Blick auf die Wunsch­zettel der Kinder: Sie wollen ein Eifon 13 und Gutschi­lat­schen und ein Bättmänset von Kego.« Als Alter­na­tive propa­gierte er im nächsten Satz ein Weihnachts­ri­tual, bei dem die Kinder mit hölzernen Kegeln, Würfeln und Kreiseln beglückt werden.

Früher? War mehr Lametta

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Wer ist schuld am Billigfleisch?

Der Lemgoer Umwelt­schützer Willi Henne­brüder antwor­tete im Februar 2019 in einem Inter­view zum Tierwohl-Label auf die Frage: Dies würde aber den Preis für Fleisch erheb­lich erhöhen?
„Da sind wir beim entschei­denden Punkt. So lange Verbrau­cher Fleisch für sich selbst, aber auch für die lieben Hunde und Katzen möglichst billig einkaufen wollen, sind die Tierhalter als schwächstes Glied in der Kette gezwungen, sich dem Preis­kampf zu stellen. Ein Tierwohl­label wird an dieser Situa­tion kaum etwas ändern.“
Das ist die falsche Front­stel­lung, meines Erach­tens. Es ist unlogisch, den Verbrau­chern vorzu­werfen, dass sie auf niedrige Preise achten, und allen anderen Wirtschafts­ak­teuren nicht. Wer ist schuld am Billig­fleisch? weiter­lesen

Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt? Wer ist »Wir«?

Dieses Duckmäu­ser­dogma findet sich zum Beispiel in einer Rede des CDU-Politi­kers Fried­rich Merz im November 2009 und in einer Rede der Bundes­kanz­lerin Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag 2008. In meiner Kritik im Buch habe ich vor allem den manipu­la­tiven Gebrauch des Perso­nal­pro­no­mens »Wir« kriti­siert:

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Ist Politik ein schmutziges Geschäft?

Dilma Rousseff. Foto: Roberto Stuckert Filho/Presidência da República
Dilma Rousseff. Foto: Roberto Stuckert Filho/​Presidência da Repúb­lica

In meiner Kritik am Dünkel­dogma von der Politik als schmut­zigem Geschäft habe ich darauf hinge­wiesen, dass in der Geschichte viele Kampa­gnen gegen angeb­lich korrupte Politiker von konser­va­tiven oder faschis­ti­schen Gegnern der Demokratie ausge­gangen sind. Ein weiteres aktuelles Beispiel erleben wir gerade in Brasi­lien – und wieder ist eine Frau das Ziel der Kampagne.

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„Konjunktur schadet der Wirtschaft.“

Abstruser geht’s nimmer: Die Tages­zei­tung Die Welt malte im April 2015 in einem Video einen „Senioren-Crash“ an die Wand, der angeb­lich deshalb bevor­steht, weil so viele Senioren ihr Geld nicht mehr sparen, sondern ausgeben. Im Film heißt es wörtlich: „Das ausge­ge­bene Geld wird dem Markt entzogen.“ Bitte was? „Konjunktur schadet der Wirtschaft.“ weiter­lesen