War Macrons Vorstoß zum Regenwald kolonialistisch? Nein, wenn…

…ähnliche Vorstöße auch umgekehrt möglich sind, von Latein­ame­rika nach Europa. Emmanuel Macron hatte zum brennenden brasi­lia­ni­schen Regen­wald spontan gesagt: „Unser Haus brennt!“ Er hat als franzö­si­scher Staats­prä­si­dent ein Wir benutzt, das die ganze Mensch­heit umfasst; ein Appell, den wir sonst vor allem von inter­na­tio­nalen Umwelt­organisationen kennen. Sein brasi­lia­ni­scher Wider­sa­cher Jair Bolso­naro empörte sich wie einst Erich Honecker über eine „Einmi­schung in innere Angelegen­heiten Brasi­liens“. Vielleicht zurecht?

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Warum es links ist, Kohle und Stahl zu verabschieden

Essen machen: Wer am 1. Mai 2019 arbeitete
Wer am 1. Mai 2019 arbei­tete

Auf der DGB-Kundge­bung zum 1. Mai 2019 in Biele­feld sprach der Aachener Christ­de­mo­krat und NRW-Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet, wobei er sich gegen eine große Menge Störer durch­setzen musste. Laschet fühlte sich bemüßigt, zur Forde­rung der Klima­schützer nach Ausstieg aus der Kohle Stellung zu nehmen. Mehrfach forderte er uns Zuhörer auf, die Inter­essen der Arbeiter von Stahl‑, Aluminium‑, Chemie- und Autoin­dus­trie zu beachten. Angesichts unserer roten Fahnen betonte er, es sei nicht links, deren Arbeits­plätze zu gefährden.

Doch, es ist links, ein Stahl- oder Alumi­ni­um­werk für den Klima­schutz zu schließen. Als alter Aachener wider­spreche ich Ihnen, Herr Laschet. Warum es links ist, Kohle und Stahl zu verab­schieden weiter­lesen

Geht es auch ohne Kapitalismus?

Der Journa­list Markus Reiter hat in einem inter­es­santen Essay im “Publik-Forum” vom 24.2.2017 argumen­tiert, dass die Mensch­heit ohne Kapita­lismus nicht leben könne: Nur der Kapita­lismus könne die den Menschen angebo­rene Gier in produk­tive Bahnen lenken. Ich wider­spreche: Der Kapita­lismus war nicht immer schon da. Er ist eine Phase, in der der Mensch weit unter seinen Möglich­keiten bleibt. Geht es auch ohne Kapita­lismus? weiter­lesen

„Die dummen Verbraucher sind schuld.“ Einspruch, Hohes Gericht!

Ob Tierquä­lerei in der Landwirt­schaft, ob Kinder­ar­beit bei der Textil­pro­duk­tion oder Ausbeu­tung bei Amazon, ob Klima­wandel oder Meeres­ver­schmut­zung – an allem diesem Unheil soll ja immer einer schuld sein: der Verbrau­cher. Die Vertreter dieses Dünkel­dogmas ignorieren, dass unter­schied­liche Menschen auch da, wo es um Verant­wor­tung geht, unter­schied­liche Priori­täten setzen. Außerdem ignorieren sie die Rolle des Staates, der Demokratie. „Die dummen Verbrau­cher sind schuld.“ Einspruch, Hohes Gericht! weiter­lesen

“Fahrradfahren ist inkonsequent.”

Unter diesem etwas krypti­schen Spruch kriti­siere ich Äußerungen, die routi­ne­mäßig alle Bemühungen abwerten, im eigenen Alltags­ver­halten die Umwelt zu schützen oder sonst etwas Gutes für die Welt zu tun. Ob du mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst, mit der Bahn in den Urlaub, Biopro­dukte kaufst, Ökostrom beziehst, fair produ­zierte Kleidung trägst oder gar Mitglied einer Umwelt-Organi­sa­tion bist – das ist, so sagen sie, alles komplett sinnlos, weil inkon­se­quent (denn du tust immer nur eins oder zwei davon, die anderen Dinge nicht), und außerdem ist das mit Bio und fair usw. sowieso alles gelogen. Hier ein aktuelles Beispiel: “Fahrrad­fahren ist inkon­se­quent.” weiter­lesen

“Geld kann man nicht essen.”

Meine Kritik an der sog. Weissa­gung der Cree (“Erst wenn der letzte Baum gerodet ist usw., werdet ihr erkennen, dass man Geld nicht essen kann”) endet mit dem Antidogma (gekürzt): Wenn das 99. Unter­gangs­sze­nario sich lächer­lich gemacht … hat, dann werden viele Propheten einsehen, dass man die meisten Menschen viel besser mit einem gelun­genen Beispiel überzeugt.  Eine schöne Bestä­ti­gung meiner These hat der Manager­be­rater Rainer Herlt im Juni 2015 in business​-wissen​.de ausfor­mu­liert.

Foto von danyo­nited, Klima­ge­rech­tig­keit Leipzig, Details zu Bildrechten, CC BY-SA 3.0 de, Demoplakat in Leipzig 2014, via Wikimedia

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Rege Diskussionen über Autos und Wachstum bei Lesung in Bielefeld

Am 7. Mai 2015 fand im Biele­felder Welthaus eine Lesung und Diskus­sion mit Jens Jürgen Korff statt – Autor des Buches “Die dümmsten Sprüche in Politik, Kultur und Wirtschaft – und wie sie gepflegt wider­spre­chen”. Einge­laden hatte der BUND Biele­feld. Über 30 Teilnehmer erschienen und gerieten alsbald in eine lebhafte Diskus­sion über Dogmen und Antidogmen. Dabei ging es um Flughäfen, Autos, Risiken, Exporte, Wirtschafts­wachstum und Dienst­leister als Kern ganzer Wirtschafts­sek­toren. Rege Diskus­sionen über Autos und Wachstum bei Lesung in Biele­feld weiter­lesen