Die AfD als Interessenvertretung der Erniedrigten und Beleidigten? Im Interview der Wochenzeitung der Freitag nimmt Prof. Dr. Gerd Bosbach den sozialpolitischen Leitantrag der AfD auseinander und analysiert die Konflikte zwischen Neoliberalen und völkischen Nationalisten. der Freitag 48⁄2020
Schlagwort: Konservative
Der konservative Katechismus des Technokraten Bolz
Der konservative Medienwissenschaftler Norbert Bolz agitierte in seinem Buch »Die Avantgarde der Angst« gegen die apokalyptische Religion der Klimaschützer. Der »Freitag« veranstaltete ein Streitgespräch zwischen Bolz und dem Politologen Albrecht von Lucke (3. 12. 2020). Der Fridays-for-Future-Bewegung, speziell Luisa Neubauer warf Bolz vor, als apokalyptische Sekte aufzutreten. Er selbst trat für die betonierte Religion der Naturbeherrschung ein.
Der konservative Katechismus des Technokraten Bolz weiterlesenEine Herrschaft der Dummen gibt es nicht
Seit dem späten 19. Jahrhundert warnen Sozialdarwinisten in Deutschland vor einer zunehmenden Verdummung der Menschen und einer Machtübernahme der Dummen. Grund sei die höhere Vermehrungsrate der Dummen und die niedrigere der Intelligenten. In der Regel paarte sich diese kulturpessimistische Klage mit der Klage über die Demokratie: Die Demokratie führe zu einer Herrschaft der Dummen (Ochlokratie) und gefährde deshalb den Fortbestand der Kultur. Sie müsse durch eine Oligarchie (Herrschaft der Wenigen) oder Aristokratie (Herrschaft der Besten) ersetzt werden, sagt diejenige politische Strömung, die um 1800 aus der Rechtfertigung der Vorrechte des Adels entstanden ist. Diese beiden Theorien sind durch den Verlauf der Geschichte der letzten 150 Jahre hinreichend widerlegt, um als falsch gelten zu können.
Eine Herrschaft der Dummen gibt es nicht weiterlesenDer Mythos einer Weltregierung – zerlegt in acht Sätzen
Von Jens Jürgen Korff
Die Coronakrise hat eine Flut von Äußerungen ausgelöst, in denen einzelne Demagogen wie Ken Jebsen und Torsten Engelbrecht behaupten, die Seuche sei ein Fake und diene nur dazu, eine “Neue Weltordnung” zu errichten, in der Bill Gates oder andere die komplette Menschheit ihrer Diktatur unterwerfen. Doch ist, mit etwas historischem und politologischem Verständnis betrachtet, eine diktatorische Weltregierung ein Ding der Unmöglichkeit. Aus fünf Gründen.
Der Mythos einer Weltregierung – zerlegt in acht Sätzen weiterlesenWarum Rockefeller? Warum Gates? Hetzer und ihre Hexen
Im April und Mai 2020 eskalierten plötzlich die Proteste gegen das Seuchenregime der Bundesregierung – seltsamerweise genau in dem Moment, als es zu bröckeln begann und die ersten Lockerungen wirksam wurden. Oder auch nicht seltsam: Schon so manche Revolte wurde nicht von der Tyrannei eines Regimes ausgelöst, sondern von seinem Wanken. Bürgerrechtler, Anarchisten, Impfgegnerinnen, Konservative und Sektiererinnen gruppierten sich zur Phalanx gegen zwei gemeinsame Erzfeinde: Christoph Drosten und Bill Gates. Die neue avirale Szene griff auf Hellebarden und Vorderlader der alt-antisemitischen Armee zurück.
Warum Rockefeller? Warum Gates? Hetzer und ihre Hexen weiterlesenFünf Thesen zu #Thüringen
Das hysterische Geschrei um die Ereignisse in Thüringen überschritt im Februar 2020 sämtliche Lärmschutz-Grenzwerte. Geht das Ganze auch eine Nummer bedächtiger? Ich versuch’s mal mit fünf Klarstellungen, die mir wichtig erscheinen.
- Kemmerich ist kein Faschist, sondern ein Liberaler. Seine Wahl ist keine Machtergreifung. Er trachtet niemandem nach dem Leben.
- Höcke ist zwar ein Faschist, aber die AfD als Ganzes ist keine faschistische Partei, sondern eine nationalkonservative.
- Nationalkonservativ zu sein wie die AfD ist schlimm genug. Alle Nazivergleiche sind falsch, weil sie die Naziverbrechen verharmlosen. Die AfD ist vielmehr mit der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) zu vergleichen.
- Der Landtag wurde so gewählt, wie er ist. Das haben wir als Demokraten zu respektieren. Die Wähler haben gesprochen.
- Eine Auflösung des Landtags wäre eine Dummheit, weil bei Neuwahlen die AfD wahrscheinlich noch stärker wird. Das bitte aus Weimar lernen!
Das Ende ist nah. Und wehe, wenn nicht!
Im August 2017 veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung ihre Religionsmonitor-Studie. Dort kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass sich die meisten Muslime in Deutschland nach einigen Jahren, oder wenn sie hier geboren wurden, ziemlich gut ins deutsche Bildungssystem und ins deutsche Berufsleben integrieren. Die Meldungen darüber lösten, wie Said Rezek in der taz am 30.1.2018 rekapitulierte, keine Erleichterung, sondern eine Empörungs- und Hasswelle aus. „Lügenwissenschaft!“ schrien die Deutschnationalen allenthalben und griffen auf Goebbels‘ alte Geheimwaffe zurück, das gefälschte Churchill-Zitat: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“ Das christliche Abendland geht unter, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche! Was ist da los? Das Ende ist nah. Und wehe, wenn nicht! weiterlesen
Spengler, Spengler über alles!
Der hessische Germanist Albrecht Betz (seit 1985 Professor in Aachen) schrieb 2012 einen kritischen Essay über Oswald Spengler und seinen begriffsbildenden Klassiker »Der Untergang des Abendlandes« als Beispiel für Endzeit-Szenarien. Obwohl er Dutzende völlig aberwitziger und grauenhafter Gedanken Spenglers ausführlich zitiert und exzerpiert, also viel nützliches Material für eine Spengler-Kritik angehäuft hat, raffte sich Betz zu keinerlei inhaltlicher Kritik auf und zitiert auch keine Kritik eines anderen. Die hanebüchenen Widersprüche in Spenglers nationalkonservativer Ideologie ließ Betz unkommentiert stehen. Ich hake ein wenig nach. Spengler, Spengler über alles! weiterlesen
“Er sagt, was er denkt. Er ist authentisch.” Er heißt Trump.
Es soll ja ein Wert für sich sein, wenn jemand sagt, was er denkt. Oder wenn jemand authentisch ist. Das sagt auch die gut organisierte Propagandatruppe “Women vote Trump”. Ich zitiere von ihrer Startseite: “Er sagt, was er denkt. Er ist authentisch.” Er heißt Trump. weiterlesen
Ist Trump ein Faschist, ein Demagoge oder ein Populist?
Jakob Augstein sagte im »Freitag« vom 10.11.2016, Donald Trump sei ein Faschist. Die meisten deutschen Beobachter bevorzugten bislang das Epitheton Populist. Konrad Ege fand in der gleichen »Freitag«-Ausgabe die Bezeichnung »reaktionärer Demagoge«. Eigentlich komisch, dass das gute alte Wort »Demagoge«, das doch schon das gleiche sagte, nur schärfer, durch das zweischneidige, weichgespülte Wort »Populist« verdrängt wurde. Aber zunächst zum Faschisten. Hat Augstein Recht? Ist Trump ein Faschist, ein Demagoge oder ein Populist? weiterlesen
