Es soll ja ein Wert für sich sein, wenn jemand sagt, was er denkt. Oder wenn jemand authentisch ist. Das sagt auch die gut organisierte Propagandatruppe “Women vote Trump”. Ich zitiere von ihrer Startseite: “Er sagt, was er denkt. Er ist authentisch.” Er heißt Trump. weiterlesen
Autor: Jens J. Korff
Ist Trump ein Faschist, ein Demagoge oder ein Populist?
Jakob Augstein sagte im »Freitag« vom 10.11.2016, Donald Trump sei ein Faschist. Die meisten deutschen Beobachter bevorzugten bislang das Epitheton Populist. Konrad Ege fand in der gleichen »Freitag«-Ausgabe die Bezeichnung »reaktionärer Demagoge«. Eigentlich komisch, dass das gute alte Wort »Demagoge«, das doch schon das gleiche sagte, nur schärfer, durch das zweischneidige, weichgespülte Wort »Populist« verdrängt wurde. Aber zunächst zum Faschisten. Hat Augstein Recht? Ist Trump ein Faschist, ein Demagoge oder ein Populist? weiterlesen
Operation Ibn Sina: der Ruhm des Islam
Martin Chulov, Nahost-Korrespondent des »Guardian«, berichtete im September 2016 über den mutmaßlichen Niedergang des IS-Djihadismus in Syrien (dt. im Freitag, 15.9.2016). Dort schreibt er, vor allem die terroristische Bedrohung des Westens werde anhalten, denn »die Kämpfer werden mit der Behauptung gelockt, ihre Generation habe das Privileg, … den verloren gegangenen Ruhm des Islam wiederherzustellen«. Es ist also an der Zeit, ihnen diese Aufgabe streitig zu machen. Dafür brauchen wir Ibn Sina, Ibn Rušd und al-Andalus. Operation Ibn Sina: der Ruhm des Islam weiterlesen
Erdogan: “Der Putschversuch war ein Geschenk Gottes.”
Am 16. Juli 2016, während sich das Scheitern eines Militärputsches abzeichnete, erklärte der konservative türkische Präsident Tayyip Erdogan bei CNN Türk, der Putschversuch sei “ein Geschenk Gottes” (oder eine “Gunst Gottes”) gewesen (welt.de 17.7.2016). Nämlich ein willkommener Anlass, um das Land “zu säubern”, also Tausende von Erdogan-Gegnern einzusperren. Begeben wir uns mit dieser Dogmenkritik also in religiöse Gefilde! Erdogan: “Der Putschversuch war ein Geschenk Gottes.” weiterlesen
Ist Politik ein schmutziges Geschäft?

In meiner Kritik am Dünkeldogma von der Politik als schmutzigem Geschäft habe ich darauf hingewiesen, dass in der Geschichte viele Kampagnen gegen angeblich korrupte Politiker von konservativen oder faschistischen Gegnern der Demokratie ausgegangen sind. Ein weiteres aktuelles Beispiel erleben wir gerade in Brasilien – und wieder ist eine Frau das Ziel der Kampagne.
“Sommerzeit ist unsinnig und alle sind dagegen.”
Das Dogma, das fast alle Medien (einschließlich der taz) anlässlich der Zeitumstellung Ende März 2016 wiederholten, beruht zum Teil auf der fragwürdigen Darstellung von Umfragezahlen. Vor allem aber wird der entscheidende Nutzen der Sommerzeit konsequent verschwiegen.
“Sommerzeit ist unsinnig und alle sind dagegen.” weiterlesen
„Die dummen Verbraucher sind schuld.“ Einspruch, Hohes Gericht!
Ob Tierquälerei in der Landwirtschaft, ob Kinderarbeit bei der Textilproduktion oder Ausbeutung bei Amazon, ob Klimawandel oder Meeresverschmutzung – an allem diesem Unheil soll ja immer einer schuld sein: der Verbraucher. Die Vertreter dieses Dünkeldogmas ignorieren, dass unterschiedliche Menschen auch da, wo es um Verantwortung geht, unterschiedliche Prioritäten setzen. Außerdem ignorieren sie die Rolle des Staates, der Demokratie. „Die dummen Verbraucher sind schuld.“ Einspruch, Hohes Gericht! weiterlesen
Die Abgründe der Geht-nicht-gibt’s‑nicht-Kultur
Der VW-Diesel-Skandal ist offenbar ein Musterbeispiel dafür, wie das Dogma und die Haltung „Geht nicht gibt’s nicht“ einen Konzern ins Verderben führen kann. Und nicht nur einen Konzern; sondern auch, was gerne vergessen wird, die ganze Gesellschaft. Die Grenzwerte für Stickoxide, die die VWs in Usa und Europa drastisch überschritten haben, sind ja keine Erfindung fanatischer Umweltschutz-Bürokraten, sondern sie kommen daher, dass Stickoxide gesundheitsschädlich sind. Die VW-Dieselautos gefährden also die Gesundheit von Millionen Menschen. Inzwischen problematisieren Unternehmensberater eine Form von Realitätsverlust bei Top-Managern, die Betrugsfälle wie bei VW provoziert. Die Abgründe der Geht-nicht-gibt’s‑nicht-Kultur weiterlesen
Irgendwie stimmt’s doch: Der Mensch ist des Menschen Wolf
In meinem dogmenkritischen Buch habe ich das alte Dogma »Homo homini lupus« des britischen Philosophen Thomas Hobbes kritisiert: Denn Hobbes hat offensichtlich innerartliche Aggression (Mensch tötet Mensch) mit zwischenartlichem Jagdverhalten (Wolf tötet Mensch, Mensch tötet Hasen) verwechselt.1 Der usamische Karikaturist Chris Browne hat Hobbes nun jedoch bestätigt – wenn auch ganz anders als Hobbes und seine Nachfolger es verstanden wissen wollten.
Irgendwie stimmt’s doch: Der Mensch ist des Menschen Wolf weiterlesenHelmut Schmidt war ein weiser Staatsmann? Es hält sich in Grenzen.
Auf “Telepolis” erschien mein kritischer Doppelnachruf auf den “weisen Staatsmann” Helmut Schmidt und den “weisen Beobachter” Peter Scholl-Latour.
