Zur Sozialpolitik der AfD

Die AfD als Inter­es­sen­ver­tre­tung der Ernied­rigten und Belei­digten? Im Inter­view der Wochen­zei­tung der Freitag nimmt Prof. Dr. Gerd Bosbach den sozial­po­li­ti­schen Leitan­trag der AfD ausein­ander und analy­siert die Konflikte zwischen Neoli­be­ralen und völki­schen Natio­na­listen. der Freitag 482020

Der konservative Katechismus des Technokraten Bolz

Der konser­va­tive Medien­wis­sen­schaftler Norbert Bolz agitierte in seinem Buch »Die Avant­garde der Angst« gegen die apokalyp­tische Religion der Klima­schützer. Der »Freitag« veran­stal­tete ein Streit­ge­spräch zwischen Bolz und dem Polito­logen Albrecht von Lucke (3. 12. 2020). Der Fridays-for-Future-Bewegung, speziell Luisa Neubauer warf Bolz vor, als apoka­lyp­ti­sche Sekte aufzu­treten. Er selbst trat für die betonierte Religion der Natur­be­herr­schung ein.

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Der Unfug vom binären Denken

Im WDR-Funkhaus­ge­spräch stritten am 12. November 2020 der Polito­loge Karl-Rudolf Korte, die Jungso­zia­listin Jessica Rosen­thal und die Klima­ak­ti­vistin Ronja Weil über die »Krise der Parteien« und die Frage, ob eine »Demokratie von unten« an ihre Stelle treten kann. Korte sagte in der Debatte einige kluge Dinge, aber als es darum ging, warum manche Konflikte zwischen verschie­denen Gruppen, etwa zwischen Coronabe­sorgten und Coronai­gno­ranten, oft eska­lieren, glitt er in ein Dünkel­dogma ab: Er führte solche Eskala­tionen auf die »binäre Logik« der Computer und das damit einher­ge­hende »binäre Denken« der Inter­net­be­nutzer zurück.

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Eine Herrschaft der Dummen gibt es nicht

Seit dem späten 19. Jahrhun­dert warnen Sozial­dar­wi­nisten in Deutsch­land vor einer zuneh­menden Verdum­mung der Menschen und einer Macht­über­nahme der Dummen. Grund sei die höhere Vermeh­rungs­rate der Dummen und die niedri­gere der Intel­li­genten. In der Regel paarte sich diese kultur­pes­si­mis­ti­sche Klage mit der Klage über die Demokratie: Die Demokratie führe zu einer Herrschaft der Dummen (Ochlok­ratie) und gefährde deshalb den Fortbe­stand der Kultur. Sie müsse durch eine Oligar­chie (Herrschaft der Wenigen) oder Aristo­kratie (Herrschaft der Besten) ersetzt werden, sagt dieje­nige politi­sche Strömung, die um 1800 aus der Recht­fer­ti­gung der Vorrechte des Adels entstanden ist. Diese beiden Theorien sind durch den Verlauf der Geschichte der letzten 150 Jahre hinrei­chend wider­legt, um als falsch gelten zu können.

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20 Fragen der „Coronakritiker“, hier beantwortet

Unter dem Titel „Fragen­ka­talog von Fragen, die die Medien uns zur Zeit nicht beant­worten“ lassen sog. Corona­kri­tiker seit Ende August 2020 Fragen kursieren und fordern ihre Anhän­ge­rinnen auf, die angeb­lich unbeant­wor­teten Fragen weiter­zu­leiten. Ich verderbe ihnen das Spiel­chen ein bisschen, indem ich die ersten 20 davon hier beant­worte – und zwar unter Rückgriff auf diverse Medien­be­richte. Die Fragen 17 und 18 habe ich nicht inhalt­lich beant­wortet. Alle Fragen fangen mit dem Vorsatz “Wie kann es sein” an.

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Flughäfen sind Jobmaschinen? Von wegen!

Flughäfen – oder vielmehr Airports – sind die Marsfelder und Circi Maximi der Beton­zeit; die kriti­sche Leserin verzeihe mir den affek­tierten, aber korrekten latei­ni­schen Plural von Circus Maximus. Während Wichtig­tuer und Touristen auf dem Corso des Termi­nals Schau laufen, treten glitzernde Flugdra­chen auf der endlos weiten Ebene der Start- und Lande­bahnen zu rituellen Turnieren an. Die Desti­na­tionen auf der großen Tafel beschwören, wie einst die Chöre altgrie­chi­scher Theater, die Vision herauf, als sei die gesamte bekannte und unbekannte Welt an diesem heiligen Ort gegen­wärtig.

Was rede ich da? Flughäfen sind natür­lich das Ergebnis der reinen ökono­mi­schen Vernunft. Das behauptet jeden­falls der Kölner Verkehrs­wis­sen­schaftler Herbert Baum in zahlrei­chen Gutachten, die immer wieder zitiert werden, um den weiteren Ausbau von Flughäfen zu recht­fer­tigen.

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Wenn die Freundin sich den Coronaleugnern anschließt

Seit Ende April 2020 decken mich Bekannte, auch Freun­dinnen, regel­mäßig mit den weiter­ge­lei­teten Meinungen angeb­li­cher Freiheits­kämpfer ein, die in der Corona-Pandemie eine lügne­ri­sche Verschwö­rung von aktuellen oder zukünf­tigen Dikta­toren wittern. Anfangs machte ich mir die Mühe, diese Meinungen zur Kenntnis zu nehmen und ihnen Stück für Stück zu wider­spre­chen. Dann merkte ich: Das ist uferlos und bringt mich von meinen eigenen Themen ab. Was also tun?

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Die Seuche als historisches Ereignis (Stand 1. Juli 2020)

Von Jens Jürgen Korff
Der Streit mit Leuten, die einen „Corona-Fake“ sehen, auch der Streit um die Einschät­zung der Opfer­zahlen, drängt mich dazu, als Histo­riker eine Einschät­zung der strit­tigen Fragen vorzu­nehmen. Dabei geht es nach Lage der Dinge zunächst um die histo­ri­sche Entwick­lung der Seuche und der Gegen­maß­nahmen, vor allem des großen Lockdown im März 2020. Als histo­ri­sches Ereignis hat die Seuche zusammen mit der Kontakt­sperre natür­lich auch länger­fris­tige Folgen, die Histo­riker analy­sieren müssen – aber dazu ist es zu früh.

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„Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind.“ Ei, das ist vorbei.

Die beliebte Redensart ertönte jahrzehn­te­lang gebets­müh­len­artig immer dann, wenn irgendwo ein neuer Götzen­dienst der deutschen Beschleu­ni­gungs­kirche eröffnet wurde – etwa zur Inter­na­tio­nalen Automobil-Ausstel­lung 2011. Gepaart oft mit Auspuff­dogma Nummer 2: „Jeder siebte deutsche Arbeits­platz hängt von der Autoin­dus­trie ab.“ In neuerer Zeit liest man aber auch Entgeg­nungen, etwa hier bei auto​.de vom 30.9.2017, denn Markt­stu­dien sprechen schon lange eine andere Sprache.

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Öko ist nur etwas für Reiche? Ganz im Gegenteil.

Treffen sich zwei Hummer­fahrer an der Tankstelle. Sagt der eine: „Hast du schon gehört? Der Schulze hat seine Karre verkauft und fährt jetzt mit dem Fahrrad zur Arbeit.“ Sagt der andere: „Hat der im Lotto gewonnen?“ „Wieso?“ „Na, es heißt doch: Öko ist nur für Reiche.“

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