Claude-Monet-Allee statt Oswald-Boelcke-Allee

Eine Rede, gehalten am 9. Oktober 2021 in Nörve­nich bei Düren

Die Straße zum Flieger­horst Nörve­nich wurde nach Oswald Boelcke benannt. Genau wie das Jagdbomber­geschwader, das seit 1958 auf dem Flieger­horst Nörve­nich statio­niert ist und das seit 1961 den, wie es so schön heißt, »Tradi­ti­ons­namen Boelcke« trägt. Boelcke war einer der drei bekann­testen deutschen Kampf­pi­loten des I. Weltkriegs – neben Immel­mann und Richt­hofen.

Bild: Von Claude Monet – wartburg​.edu, Gemein­frei, https://​commons​.wikimedia​.org/​w​/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​c​u​r​i​d​=​5​5​0​4​881

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OK, Truther: Ich beantworte eure Fragen zum 11. September 2001

Eine Kritik der Mythen um den Massen­mord von Manhattan, gestützt auf umfang­reiche Recher­chen und inten­sives Studium des Bildma­te­rials. Ja, auch das Gebäude WTC‑7 wurde eindeutig nicht gesprengt, sondern stürzte in Folge des Feuers ein.

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Batman und die rotgrüne Flut

Konser­va­tive deutsche Intel­lek­tu­elle lassen sich mit Vorliebe als mutige und wider­stän­dige Helden abfeiern. »Den Rechten ein Ärgernis, den Linken ein Juckpulver«, so hieß es in mehreren Nachrufen auf den Publi­zisten Karl Heinz Bohrer, obwohl keiner davon eine Episode zu nennen weiß, in denen Bohrers Positionen irgend­wel­chen Rechten ein Ärgernis gewesen wären. Statt­dessen bekam er von FAZ-Heraus­geber Jürgen Kaube den Orden »Einer der frühen Kämpfer gegen die Anpas­sung des Denkens an morali­sche Gesichts­punkte« angehängt. »Er ist ein Kurt Tucholsky unserer Zeit, mit der Seele eines Clowns.« Springer-Chef Matthias Döpfner gratu­lierte dem Publi­zisten Henryk Broder zum 75. Geburtstag, in der »Welt« und ausführ­lich zitiert vom WDR 20.8.2021.

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Rache ist kein Protest

Die WDR-Nachrichten berich­teten am 28. August 2021 darüber, dass der Mörder des US-Demokraten Robert Kennedy begna­digt werden solle. Der Paläs­ti­nenser, so hieß es, habe 1968 Kennedy ermordet, “um gegen dessen pro-israe­li­sche Haltung zu protes­tieren”. Das ist ein schäd­li­cher Sprach­ge­brauch, denn der Mörder hat nicht gegen Kennedys Politik protes­tiert, sondern an Kennedy Rache geübt. Rache ist kein Protest: Rache ist gewalt­tätig und bezieht sich auf die Vergan­gen­heit, sie ist ein angemaßtes Gottes­ur­teil. Protest ist fried­lich und richtet sich auf die Zukunft. Journa­lis­tinnen und ‑ten, haltet das bitte ausein­ander!

Wir wissen es nicht? Doch, oft wissen wir genug, um eingreifen zu können

Pascal Vasselin und Franck Cuveil­lier stellten 2020 im Doku­men­tar­film »La fabrique de l’ignorance« Forschungs­er­geb­nisse der Agnoto­logie vor, die die gezielte Produk­tion von Nicht­wissen, die Verne­be­lung wissen­schaft­li­cher Erkennt­nisse durch Indus­trie­lobbys und konser­va­tive Denkfa­briken unter­sucht. In zahlrei­chen Inter­views mit Psycho­logen, Wissen­schafts­his­to­ri­kern u.a. erleben wir die Kampagne der Chemie­kon­zerne gegen die Entomo­logie (Thema Neoni­ko­tin­oide und Bienen­sterben), die Kampagne der Tabakindu­strie gegen die Krebs­for­schung, die Kampagne von Physi­kern gegen die Klima­for­schung (darunter den »Heidel­berger Appell« von 1992), die Kampagne der Plastik­in­dus­trie und der Toxiko­logen gegen Epide­mio­logen nach, die die Wirkung von endokrinen Disrup­t­oren wie dem Weich­ma­cher Bisphenyl A erforscht haben.

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Gibt es ein Primat der „Todesverhinderung“?

Die deutsche Schrift­stel­lerin Thea Dorn hat April 2021 die Seuchen­re­gime der europäi­schen Regie­rungen kriti­siert: Sie stünden unter dem Primat einer „Todes­ver­hin­de­rung“ um jeden Preis, nämlich auch um den Preis schwer­wie­gender und langfris­tiger Schäden für Demokratie, Gesell­schaft und Kultur. Anonyma hat wiederum diesen Begriff scharf kriti­siert: Er könne aus dem „Wörter­buch des Unmen­schen“ stammen, das Dolf Stern­berger und andere 1945–48 in Artikel­form verfassten, oder gar aus LTI, der von Victor Klemperer 1947 kompi­lierten „Sprache des Dritten Reiches“. Also bin ich als Histo­riker und Texter gefragt, der Sache nachzu­gehen.

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Deutscher Exportkult ohne Ende und ohne Grundlage

Der leitende Wirtschafts­re­dak­teur der Süddeut­schen Zeitung, Alexander Hagelüken (»Lasst uns länger arbeiten!«, 2019) nutzte Ostern 2021 die Corona­krise, um einmal mehr zu behaupten, dass »wir Deutschen» »unsere Wirtschaft» und »unseren Wohlstand« nur durch den Export von Autos, Maschinen, Chemi­ka­lien usw. erhalten könnten. Dabei übertrieb er die wirtschaft­liche Bedeu­tung der Exporte.

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Konservative und ihr persönlicher Hass

Ein links­li­be­raler Medien­topos ist die Klage über die Spaltung der Gesell­schaften, über unver­söhn­liche, oft moralisch durch­wirkte Kontro­versen, und oft werden Social Media und die berüch­tigten Filter­blasen dafür verant­wort­lich gemacht, die angeb­lich das Internet erzeugt. Abgesehen davon, dass diese Erklä­rungs­ver­suche einander krass wider­spre­chen – denn wenn wir wirklich in Filter­blasen lebten, dann würden wir mit denen, mit denen wir uns streiten, nie zusam­men­stoßen –, abgesehen davon sind sie histo­risch einfach falsch. Die Spaltung geht auf Aktivi­täten alter Männer in alten Medien zurück. Siehe “Der Feind steht rechts”.

Der Feind steht rechts

Ein links­li­be­raler Medien­topos ist die Klage über die Spaltung der Gesell­schaften, über unver­söhn­liche, oft moralisch durch­wirkte Kontro­versen, und oft werden Social Media und die berüch­tigten Filter­blasen dafür verant­wort­lich gemacht, die angeb­lich das Internet erzeugt. Abgesehen davon, dass diese Erklä­rungs­ver­suche einander krass wider­spre­chen – denn wenn wir wirklich in Filter­blasen lebten, dann würden wir mit denen, mit denen wir uns streiten, nie zusam­men­stoßen –, abgesehen davon sind sie histo­risch einfach falsch. Die Spaltung geht auf Aktivi­täten alter Männer in alten Medien zurück.

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Warum eine Versöhnung mit Trumpisten nicht möglich sein wird

Viele Beobachter fragen sich bang, ob Joe Biden als US-Präsi­dent das heillos zerstrit­tene Land wieder wird einigen können. Geschickt geht er bereits auf die Republi­kaner zu, die sich von dem Rüpel abgesetzt haben. Es ist immer richtig, die gefähr­lichsten Gegner zu isolieren. Doch der Versuch, sich mit dem harten Kern der Trumpisten zu versöhnen, mit jenen 45 % der ‑ump-Wähler, die den Sturm auf das Kapitol befür­worten, ist wohl zum Schei­tern verur­teilt und wäre auch politisch falsch. Aus drei Gründen – oder soll ich sie nach dem Vorbild von Konfu­zius und Sokrates besser als Fragen formu­lieren? Mal auspro­bieren…

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